Meine 1. Vogelspinne

Hier haben wir eine kleine Checkliste für Dich gemacht.
„Meine erste Vogelspinne“
Über folgende  10 Punkte solltest Du  Dir vor dem Kauf einer Vogelspinnen im Klaren sein:
1. Vogelspinnen sind keine Vegetarier. Sie brauchen lebendes Futter = Futterinsekten. Eine Packung Heimchen reicht theoretisch sehr lange für ein Tier. Aber die Heimchen, Heuschrecken oder Grillen muss man anfassen können und natürlich auch füttern. Erwachsene Heimchen und Grillen zirpen, nicht jeder findet das auf Dauer romantisch…
2. Vogelspinnen werden bei guter Pflege je nach Art sehr alt. 5-12 Jahre sind bei Weibchen fast aller Arten möglich. Viele Arten erreichen aber auch ein Alter von über 12 Jahren und Weibchen der Arten Brachypelma, Grammostola, Tliltocatl oder Lasiodora werden regelmäßig älter als 20 Jahre.Planst Du nur für 2 Jahre: kauf einen Hamster oder lass es besser…
3. Vogelspinnen sind wechselwarme Tiere. Sie sind darauf angewiesen, dass Du ideale Temperatur und Luftfeuchtigkeitswerte für sie sicherstellst. Kannst Du das nicht, solltest Du sie nicht halten. Nicht jede Art kommt mit Temperaturen über 27 °C oder unter 20°C gut klar. Direkte Sonne kann im Terrarium schnell tödliche Bedingungen verursachen. Heizungsnähe ist in den meisten Fällen ebenfalls nicht angebracht.
4. Vogelspinnen sind relativ passive Tiere. Wenn Vogelspinnen auch nach einer zwei- bis dreiwöchigen Eingewöhnungsphase sehr aktiv sind, dann passt meistens irgendetwas an der Unterbringung nicht. Fühlt sich die Spinne wohl, dann lauert sie einfach am Eingang ihres Unterschlupfs auf etwas zu fressen. Und das macht sie ziemlich genauso die meiste Zeit in ihrem Leben. Eventuell spinnt sie auch Ihre „Wohnung etwas aus“. Aber dann kommt doch wieder das lauern und rumsitzen. Wenn sie sich nicht eingräbt oder einspinnt und gar nicht sichtbar ist. Ich finde das erstaunlich. Wenn Du das langweilig findest: denk vielleicht nochmal  über den Hamster nach.
5. Nicht jeder mag Spinnen, große haarige Vogelspinnen schon gar nicht. Überlege vorher, ob Dein Partner, deine Freunde, Deine Familie, Mitbewohner oder der Vermieter eventuell etwas dagegen haben könnten, was dazu führen könnte, dass Du die Tiere (oder den Partner oder Vermieter) wieder abgeben musst.
6. Es gibt viele verschiedene Arten die sich z. B. sehr in Haltungsansprüchen, Verhalten und Größe unterscheiden. Informiere Dich gründlich über die Art, die Du halten willst. Wir empfehlen den Artenteil des Schweizer Vogelspinnen-Stammtischs und auch ein gutes Buch wie z. B. „Vogelspinnen für Anfänger“ von Bernhard C. Schmitt kaufst Du am besten vor der ersten Spinne.
7. Vogelspinnen sind recht simple Tiere (sie sind nicht schlau sozusagen). Sie lernen Dich nicht kennen und sie mögen Dich auch nicht. Du bist entweder neutral oder eine Gefahr „in Ihren Augen“ (manche halten Dich auch für Futter). Sie können immer auch unberechenbar reagieren, weil  ihre Wahrnehmung sich von unserer grundlegend unterscheidet.
Verzichte darauf, die Tiere unnötig auf die Hand zu nehmen oder anzufassen. Vogelspinnen beobachtet man, sie sind keine Kuscheltiere. Wenn sie Dir possierlich den Hintern hinhalten, wollen sie keinen freundlichen Klaps, sondern Dir Ihre Brennhaare entgegenstrecken, sich also verteidigen.
Prahle nie mit Deiner Vogelspinnen und benutze sie nie um jemanden zu erschrecken! Wenn die Tiere herunter fallen können sie daran sterben. Vor allem wenn jemand vor Schreck drauftritt.
8. Viele Menschen können sich unter Terraristik nicht viel vorstellen. Besonders skeptisch sind sie bei vermeintlich giftigen und gefährlichen Tieren. Vogelspinnen halten viele Leute fälschlich für sehr gefährlich. Alles was Du tust, kann auf das gesamte Hobby zurückfallen! Nimmt Rücksicht auf andere und behandele Dein Tier mit Verantwortung und Respekt.
9. Und finde Dich mit der Dummheit mancher Menschen ab. Bienen, Dackel und Pferde haben schon mehr Menschen gefährlich verletzt oder getötet als Vogelspinnen und haben ein erheblich größeres Gefahrenpotential, aber viele Menschen betrachtet sie trotzdem als harmloser. Nimm auch auf die Dummen Rücksicht.
10. Setze NIEMALS ein Terrarientier gleich welcher Art in der Natur aus!
Es ist verboten, es führt fast immer zum Tod des Tieres, es gefährdet unter Umständen die einheimische Tierwelt  und es bringt ein wichtiges und schönes Hobby in Verruf!
Wenn Ihr Eure Tiere nicht mehr halten könnt, bietet sie z. B. bei Facebook oder deine-tierwelt.de an, bringt sie zum Tierheim oder sprecht mit uns.